Definition

Zerlegen wir den Begriff „Theaterpädagogik“ in seine zwei Einzelteile, so stammt das Wort „Pädagogik“ vom altgriechischen Wort paidagōgía (= Erziehung, Unterweisung), das wiederum auf die beiden einzelnen Wörter páis (= Kind) und ágein (= führen, leiten) zurückgeht. Im alten Griechenland hatten Pädagog*innen die Aufgabe, Kinder zur Schule und wieder nach Hause zu begleiten. Verbinden wir diese Erkenntnis nun mit dem Wort „Theater“ (vom altgriechischen théatron = Schaustätte, Theater), so bedeutet „Theaterpädagogik“ erst einmal, jemanden an das Theater heranzuführen, bzw. auf dem Weg ins Theater zu begleiten.

Diese „Begleitung“ oder „Heranführung“ kann auf verschiedene Art und Weise stattfinden. Merkmal ist jedoch immer, dass es um eine aktive Auseinandersetzung mit der Kunstform Theater geht und dass den Teilnehmer*innen durch diese Auseinandersetzung ästhetische Erfahrung und Bildung zugänglich gemacht wird. Etwas konkreter, mit den Worten der Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte gesprochen, meint Theaterpädagogik „(…) die theoretisch reflektierte, künstlerisch und/oder pädagogisch motivierte Auseinandersetzung mit der Kunstform Theater und den von ihr abgeleiteten Spiel- und Interaktionsverfahren mit dem Ziel, ästhetische Erfahrung und Bildung zu vermitteln.“ (aus Fischer-Lichte u.a.: Metzler Lexikon Theatertheorie, J.B. Metzler Verlag, Stuttgart 2005).

Ein wichtiger Punkt, den Frau Fischer-Lichte hier anspricht, ist der der „Motivation“. Denn je nachdem wo (Institution) und mit wem (Zielgruppe) Theaterpädagog*innen arbeiten, bestimmen unterschiedliche Motivationen und Ziele die konkrete Arbeitsweise. So arbeitet z.B. ein*e Theaterpädagog*in am Theater verstärkt über inszenierungsbezogene Workshops und Nachgespräche, um Menschen an das Theater „heranzuführen“ – mit dem Ziel neues Publikum für das Theater zu gewinnen. Ein*e Theaterpädagog*in in einem Jugendzentrum hat vielleicht eher die Absicht, durch die Mittel des Theaters persönlichkeitsbildend und kompetenzstärkend zu wirken (was in der Theaterpädagogik am Theater natürlich auch stattfindet, aber eben nicht vordergründiges Ziel ist). Nicht selten bedienen Theaterpädagog*innen mehrere Arbeitsfelder, je nachdem welchen Ausbildungsweg und welche praktischen Spezialisierungen sie eingeschlagen haben (so ist mein Studien-/Ausbildungsbackground z.B. auch recht vielfältig). Nähere Infos zu allgemeinen Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten, sowie meiner Ausrichtung, finden Sie hier.